Deeskaltionsmanagement Gesundheitswesen

Jeder Mensch trachtet danach zu (über)leben, zu wachsen und nahe bei anderen zu sein. Alles Verhalten drückt diese Zeile aus, unabhängig davon, wie gestört es erscheinen mag… Das, was die Gesellschaft krankes, verrücktes, dummes oder schlechtes Verhalten nennt, ist in Wirklichkeit der Versuch seitens des gekränkten Menschen, die bestehende Verwirrung zu signalisieren und um Hilfe zu rufen“…

Virginia Satir

Dieser von Virginia Satir beschriebene Schrei nach Hilfe

deeskalation-gesundheitswesen

ist in der Arbeit mit verhaltensoriginellen Menschen ein wichtiges Zeichen. Noch viel wichtiger ist die Reaktion des Helfenden, auf diese Hilferufe. Gerade in der Arbeit mit geistig beeinträchtigten Menschen spielt diese Deutung der Zeichen  eine wichtige Rolle. In den meisten Fällen versucht der beeinträchtigte Mensch, im Rahmen seiner Möglichkeiten ein Bedürfnis anzuzeigen, in der Hoffnung, dass dieses Bedürfnis auch Befriedigung findet. Er ist deshalb in besonderem Masse auf Betreuungspersönlichkeiten angewiesen, die Zeit, Ruhe und empathische Fähigkeiten mitbringen, um diese Zeichen zu deuten und Kommunikationsschwierigkeiten zu überbrücken, damit es zur Lösung dieser Problemlage kommen kann.   bild Maslow beschreibt in seiner Darstellung die Bedürfnispyramide des Menschen. Im heilpädagogischen Bereich kommt es oft zu Konflikten, weil Grundbedürfnisse nicht befriedigt worden sind. Die Nichterfüllung von Bedürfnissen kann zur Frustration und danach zu Aggressionen führen. Gefragt sind gut ausgebildete Heilerziehungspfleger und ähnliche Berufsgruppen, deren Grundhaltung, Grundkompetenzen und Basisstrategien, sich an den Fähigkeiten und Ressourcen ihrer Klientel orientiert.

Hierzu gehört:

  • Selbstmanagement: Wie gehe ich mit mir um und wie achte ich auf mich und meine Bedürfnisse? Was macht mich aggressiv und wieviel kann und will ich aushalten?

  • Grundkompetenz: Über welche diagnostischen Fähigkeiten, Konzepte, Fähigkeiten verfüge ich. Bilde ich mich regelmäßig fort?

  • Grundhaltung: Wie kompetent und wertschätzend gehe ich mit verhaltensoriginellen Menschen um? Wie gut habe ich meine eigene Biografie reflektiert und behandelt, um unbelastet andere Menschen wertschätzen zu können?

  • Basisstrategien: Verfüge ich über ein gut geschultes Wahrnehmungsmanagement, Kommunikationsmodelle und Deeskalationsstrategien? Wie sieht es mit meiner Teamfähigkeit aus?

  • Carlos Escalera, der Entwickler von DOKI®, der Dialog orientierten körperlichen Intervention hat in einer seiner Abhandlung beschrieben, dass die Veränderung und Stabilisierung des Selbst, die Grundvoraussetzung für die Veränderung und Stabilisierung des Anderen sind.

Carlos führt weiter aus,

dass Menschen nur dann ihre alten Verhaltensweisen verändern, wenn sie das Erleben und die Wirkung der alten Verhaltensweise als zunehmend nutzlos empfinden. Escaleras Meinung nach besteht die Aufgabe der Entwicklungsbegleitung darin, bei Menschen mit fremd und eigengefährdenden Stagnationen, das menschliche System leicht zu irritieren, so dass die alte Stabilität bedroht und ein neues Gleichgewicht gesucht wird. Vergleichbar sind diese Interventionen mit der Methode der provokativen Therapie nach Farrelly, deren Ausbildung ich sehr genossen habe, weil sie so schnell und intensiv funktioniert. Das Weltbild des verhaltensoriginellen Menschen wird (liebevoll) karrikiert, überspitzt und verschoben,  um den Klienten zu einer Neupositionierung seiner Ressourcen einzuladen.

Die Begleitung eines Klienten aus der Krise sollte geprägt sein, durch die die Bereitschaft des Helfers konstruktive Wendepunkte zu schaffen, die es dem Klienten möglich machen, den Konflikt unbeschadet zu erleben. Der Fokus liegt hier auf den Wahrnehmungsfähigkeiten des Personals, welche über eine breite Palette von Interventionsmöglichkeiten verfügen sollte. Hierbei geht es nicht um die Umsetzung von Methoden, sondern viel mehr um den Einsatz von verblüffenden, konfliktlösenden, konstruktiven Fähigkeiten, die niemals  methodisch, sondern immer an den Stärken und Schwächen des Helfers und der bestehenden Situation des Klienten orientiert sind. Das stupide Abrufen einer Methode im Konflikt wird in den seltensten Fällen der wirklichen Konfliktdynamik gerecht. Erst die Beobachtung des Konfliktpartners , die Wahrnehmung der Stimme, Mimik, Gestik, das Gefühl angespannter oder entspannter Muskulatur bei meinem Gegenüber, lässt mich eine Entscheidung zur Intervention treffen, die dann der Wendepunkt in eine Neuordnung der Eskalationslage sein kann.

Sicherheitskultur, als Organisationskultur, räumliche Rahmenbedingungen, wirksame Kommunikation, Beobachtungsprotokolle, Vorbereitung auf Patienten, Alarmsysteme, Fähigkeiten der Risikoeinschätzung, Aggressionstheorien….

Was kann ich aushalten, wann beginnt meine Wut, Selbstkontrolle, Angst-Stress-Adrenalin, Methoden der Selbstregulation, Achtsamkeit, Autobiografie……

Das sydema® Deeskalationskonzept Gesundheitswesen:

Intervention

kommunikative, defensiv körperliche Interventionen, Ansprache, paradoxe Intervention, Joining, Vermeidung-Flucht-Kontrolle, Körpersprache, Eigenschutz, Gefahrenradar…….

Deeskalation

Kommunikation in der Krise, Teamorientierte Interventionen, Befreiung aus Haltegriffen, Einzeltransport, Gruppeninteraktion, Selbstregulation, Deeskalationsstufen, Kenntnisse des biologischen Prozesses, Empathie in der Eskalation……..

Nachbetreuung

erste Hilfe, Unterstützung, Nachsorge, Beratung

Achtsamkeit-burn out Prophylaxe

Strategien der Entspannung, der gesundheitlichen Vorsorge, kollegiale Unterstützung und Tools für die Pausen, Stressregulation im Dienst und während der Pausen.

Methoden

Vortrag, Gruppenarbeit, Fallbeispiele, 1zu 1 Simulationen, Praxischeck, Training, Deeskalationsmanagement für die eigene Einrichtung, nach gesetzlichen Vorgaben der Berufsgenossenschaft/ BG

Rahmenbedingungen: 6-Tage Grundseminar mit umfangreichem Handout für die Teilnehmer/innen, plus 2 Tage Körpersprache und körperliche Interventionen zur Wiederherstellung von Kommunikation in belasteten Situationen.

Teilnahme jetzt anfragen